Der Bundesfreiwilligendienst (2017 – 2019)

Wenn bei meiner Familie und mir einmal alles gut läuft, dann passiert wieder etwas Schlimmes. Meine Oma bekam schlimme Magen- und Darmbeschwerden und nahm über 10 Kilo ab. Ich sagte ihr: “Du musst unbedingt zum Arzt gehen“, aber meine Oma wollte nicht, da sie große Angst vor Ärzten hat. Ich sagte ihr, dass die Symptome auch ein schlimmes Anzeichen sein könnten. Nach vier Monaten hatte sie immer noch diese Beschwerden, ich sagte wieder: „Oma du musst zum Arzt“, dann plötzlich konnte sie gar nicht mehr auf die Toilette. Ihr ging es schlecht, dann ging sie endlich von selbst zum Arzt. Die Ärztin erkannte, dass sie einen Darmverschluss und auch noch etwas anderes hatte, dazu wollte die Ärztin aber noch nichts Genaues sagen. Die Ärztin überwies meine Oma ins Krankenhaus, dort probierten sie mit Medikamenten den Darmverschluss zu lösen, aber es half nicht, sie wurde sofort am nächsten Morgen in ein anderes Krankenhaus verlegt, dort wurde sofort eine Notoperation durchgeführt.

Es dauerte drei Stunden, aber die Operation war erfolgreich. Der Arzt musste uns aber dafür etwas anderes schlimmes mitteilen. Der Arzt, der die Operation durchgeführt hatte, sagte dass meine Oma zwei Tumore am Dünndarm habe und sie bösartig aussehen würden. Und dass sie ein Test veranlasst haben, um das zweifelsfrei festzustellen. Der Test ergab, dass es bösartige Tumore waren und dass sich schon Metastasen im Bauchfell und Lunge befänden. Die Tumore könne man nicht entfernen, da sie an einer sehr schwierigen Stelle sitzen würden. Der Arzt meinte, man könne den Krebs nicht mehr heilen, aber verhindern, dass er weiterwächst. Aus diesem Grund schlug er eine palliative Chemotherapie vor. Meine Mutter fragte, was gewesen wäre, wenn sie gleich beim Auftreten der Darmprobleme einen Arzt aufgesucht hätte. Der Arzt sagte: “Das hätte auch nichts mehr geholfen, er wächst wahrscheinlich schon mehrere Jahre.“ Meine Oma war total am Boden und dachte, sie stirbt sofort. Mein Opa war total fertig und sagte: „Du kannst mich nicht alleine lassen“ und meine Mama, mein Papa, meine Schwester, meine Tante und ich waren auch total fertig. Ich konnte gar nicht aufhören zu weinen. Einige Tage später dachte ich: „Jetzt reicht´s- wir müssen kämpfen und zusammenhalten“. Es gibt immer wieder Fälle wo sich Ärzte geirrt haben, wie zum Beispiel öfter bei mir oder manchmal helfe die Chemotherapie doch noch oder es gab auch Fälle, bei dem der Krebs auf einmal weg war. Ich war so stolz auf meine Oma, sie ließ alle Untersuchungen und Medikamentenbehandlungen über sich ergehen, obwohl sie es hasste im Krankenhaus und bei Ärzten zu sein. Ich rief sie jeden Tag an um ihr Mut zu machen, besonders, wenn sie mal total fertig war und mir erzählen wollte, wie wir uns nach ihrem Tod verhalten sollten. Ich sagte: „Oma ich will das nicht hören, so dürfen wir nicht denken! Wir kämpfen, wie immer!“

Dann ließ ich mir einen Spruch einfallen, unseren Motivationsspruch: „Wir kämpfen, wir beißen, wir schaffen das“. Oma meinte, woher ich immer diese ganze Kraft und diesen Willen nehme. Ich sagte ich, wüsste es nicht, für mich gäbe es keine andere Einstellung. Sie sagte: „Ich muss mir eine Scheibe von dir abschneiden“, ich entgegnete: „Du bist viel stärker als du denkst“.

Ein paar Wochen später begann meine Oma mit der Chemotherapie, natürlich ging es ihr nicht gut dabei. Aber ich hoffte und wünschte mir, dass die Chemotherapie etwas helfe! Ich finde, wir hätten wirklich mal etwas Gutes verdient!

Kurz nachdem wir das mit dem Krebs erfahren haben, bekam ich eine starke Grippe. Die Grippe war dieses Mal so stark, dass ich dachte, ich werde sie nie los. Der Husten wurde und wurde nicht besser. Ich wurde zwei Wochen krankgeschrieben, das passte mir gar nicht, weil mir die Arbeit schon nach zwei Tagen Wochenende fehlte. Bei meiner Krankheit ist eine Grippe sehr gefährlich, weil ich nicht die Kraft habe abzuhusten, dadurch kann ich eine Lungenentzündung bekommen und das könnte bei mir, im schlimmsten Fall, zum Tod führen. Ich kann nicht wie andere einmal husten und dann lockert sich das Sekret, ich muss bestimmt an die fünf Mal husten, bis sich das Sekret etwas lockert.

Wenn ich huste sieht das für andere komisch aus, weil ich mich nach vorne beuge, damit ich mehr Kraft zum abhusten aufbringen kann. Ich inhalierte dreimal am Tag und der Husten wurde nicht besser, danach hörte es sich sogar noch schlimmer an. Nach zwei Wochen hatte ich blaue und schmerzende Ellenbogen vom vielen nach vorne beugen.

Aber der Husten war endlich überstanden, doch dann beim Aufstehen knackte auf einmal mein Nacken, mein erster Gedanke: „Hoffentlich sind nicht die Haken von den Eisenstangen ab oder raus gebrochen“. Als ich saß konnte ich meinen Kopf nicht mehr nach links oder rechts drehen, nur unter sehr starken Schmerzen. Mein Papa und ich fuhren sofort zu unserem Hausarzt in der Nähe, dann musste ich noch eine Zeit auf dem Flur vor dem Behandlungszimmer warten. Es war keine angenehme Zeit, da ich große Schmerzen hatte und ich bin wirklich kein wehleidiger oder übertreibender Mensch. Dieses Mal war es schlimmer, als damals mit dem Nacken, denn da konnte ich meinen Kopf nur nicht halten aber hatte nicht solche Schmerzen, dieses Mal leider schon. Auf dem Flur begegnete ich meiner Erzieherin, die mir früher das Nähen beigebrachte hatte. Sie erkannte mich sofort wieder und fragte, ob ich jetzt auch noch handwerklich begabt sei? Ich sagte: „Ich habe noch stricken gelernt, habe aber leider nie genug Zeit dafür“. Dann erzählte sie mir noch, wie es jetzt im Kindergarten sei, es hatte sich wohl einiges geändert aber die meisten Erzieherinnen kannte ich sogar noch. Dann kam ich endlich ins Behandlungszimmer, aber die Begegnung war für mich erfreulich an diesem Tag.

Ich erzählte der Ärztin was passiert ist, dann bewegte sie meinen Kopf nach rechts, links, nach oben und unten.

Das war wirklich schmerzhaft. Anschließend tastete sie noch meinen Rücken ab. Die Ärzte erzählte mir, mit meinem Rücken sei alles in Ordnung und bei meinem Nacken wären die Muskeln extrem verhärtet, das würde wohl vom vielen Husten kommen. Danach holte sie noch einen anderen Arzt dazu, der fing an, an meinem Kopf zu ziehen und zu biegen, ich fragte nur: „Darf man das bei mir überhaupt machen, wegen der Eisenstangen? Er sagte, das gehe schon. Als er endlich meinen Kopf losließ, sagte er: „Wir machen eine Schmerztherapie für drei Tage und wenn es dann noch nicht geht, noch ein paar Tage länger“. Ich bekam 2 Ibuprofen und 3 Paracetamol pro Tag verschrieben. Danach führte die Ärztin noch ein Gespräch mit meinem Papa und mir, sie fragte mich, was ich für eine Krankheit habe. Ich erzählte ihr, dass ich Spinale Muskelatrophie Typ 2 habe, sie sagte, dass sei wirklich erstaunlich in meinem Alter noch so fit zu sein. Sie erzählte mir, dass sie vorher im Krankenhaus gearbeitet hat und dort auch Fälle wie meinen gehabt hatte, aber dass jemand so fit war wie ich, war für sie neu. Die Ärztin sagte, ich sollte mir einen Husten-Assistent verschreiben lassen, der würde mir helfen, dass sich mein Husten mal nicht zu einer Lungenentzündung entwickelt, da es für mich fatal wäre.

Dann erzählte sie mir noch bei welcher Krankenversicherung ich mich später, wenn ich arbeite, versichern lassen sollte, damit ich keinen Stress beim Genehmigen bekomme, zum Beispiel von einem neuen Rollstuhl oder weiteren Hilfsmitteln. Jeder, der irgendeine Beeinträchtigung hat und aus diesem Grund Hilfsmittel benötigt, weiß wie schwer es ist, die Hilfsmittel von der Krankenkasse genehmigt zu bekommen. Bei mir war das meistens auch nicht einfach gewesen, aber nach mehreren Wochen oder manchmal Monaten wurden die Hilfsmittel dann doch genehmigt. Das fand ich sehr nett von ihr, das hatte mir noch kein Arzt vertraten.

Ich wurde für eine weitere Woche krankgeschrieben, die Schmerztherapie war wirklich schön, ich merkte nichts mehr aber durch die vielen Tabletten war ich wirklich müde. Ich nahm nicht die volle Dosis, sondern nur zwei Ibuprofen und eine Paracetamol, sonst wäre es wirklich viel gewesen und ich hätte nur geschlafen.

Nach der Woche ging es wieder besser und ich konnte endlich wieder arbeiten. An der Arbeit wurde ich schon vermisst von den Bewohnern aber auch von meinen Kollegen. Ich wollte gerne mit vielen Bewohnern etwas machen, deswegen machte ich eine Gruppe und zwar eine Ballgruppe. Es war wirklich schön, alle hatten Spaß, dann sah ich, dass die Bewohner dadurch auch zum Team wurden und sich sogar gegenseitig halfen. Eine 103- Jahre alte Dame half einem älteren Herrn den Ball von seinen Schoß nach oben auf den Tisch zu rollen, weil er alleine nicht mehr die Kraft hatte und das Zittern in seinen Händen erschwerte die Sache zusätzlich, aber zusammen schafften sie es immer wieder.

Als ich das sah, ging mir wirklich das Herz auf, da wusste ich, das bringt die Senioren näher zusammen und es stärkt auch noch ihre motorischen Fähigkeiten.

Da es nur noch drei Monate waren bis der BFD beendet war, kümmerte ich mich um einen Besichtigungstermin bei den Johannitern. Ich rief bei der selben Nummer an, wie vor drei Monaten, konnte aber niemanden erreichen. Da habe ich mir noch nichts bei gedacht, weil ich dachte, Mittwochs haben viele früher Feierabend. Also probierte ich es Donnerstag wieder, aber niemand nahm ab. Aus dem Grund rief ich an der Rezeption der Johanniter an, da nahm jemand ab und erzählte mir, dass sie die Qualifikation zur Betreuungskraft nicht mehr anbieten, aber nicht nur das, sondern die ganzen Pflegerischen Berufe nicht mehr. Ich entgegnete: „Seit wann bieten sie die Qualifikation nicht mehr an, ich habe doch vor drei Monaten noch mit ihrem Kollegen gesprochen?“ Sie sagte: “Jetzt seit einem Monat nicht mehr.“

Für mich brach eine Welt zusammen und ich sah mich für den Rest meines Lebens zu Hause. Ich konnte nur noch weinen, da ich wusste, dass es die Qualifikation woanders nicht in Teilzeit gab und die anderen Anbieter der Qualifikation nicht behindertengerecht sind. Meine Mama war sofort für mich da und durchsuchte mit mir das Internet, aber sie fand nur die selben Stellen an denen die Qualifikation angeboten wird, wie ich vor drei Monaten.

Ich dachte mir ich probiere es trotzdem nochmal bei „Arbeit und Leben“ in Göttingen, da ich schon einen Tag Urlaub für die Besichtigung genommen hatte. Als ich bei „Arbeit und Leben“ anrief hoffte ich nur, hoffentlich klappe es doch irgendwie. Der Herr am Telefon sagte mir: „Genau, das stimmt, mit dem Rollstuhl geht es eigentlich nicht. Wir haben drei Stufen, die man zu dem Unterrichtsraum überwinden muss, dann hätten wir einen Lastenaufzug den wir eventuell benutzen könnte, wenn es der Vermieter erlaubt“. Ich sagte: “Drei Stufen könnte ich mit meiner Assistentin noch überwinden.“ Dann fragte ich noch, ob es ein Teilzeitangebot gäbe. Er antwortete: “Momentan gibt es dieses Angebot noch nicht, aber es wird immer öfter nachgefragt und wir werden es vielleicht schon im Herbst anbieten können.“ Das hörte sich doch nicht so schlecht an. Danach fragte ich, ob ich am Montag zu einer Besichtigung kommen könnte. Er sagte: “Das muss ich mit meiner Kollegin besprechen und melde mich dann wieder.“ Eine Stunde später bekam ich einen Rückruf von seiner Kollegin, die konnte sich sogar noch an unser Gespräch vor drei Monaten erinnern. Sie sagte, es wären nicht drei Stufen, sondern sieben, sie hätte eben nochmal nachgesehen, sie meinte, wenn man sie hoch läuft ist es einem nicht so bewusst, wie viele Stufen es sind. Aber sie würde mich sehr gerne kennenlernen, vielleicht finden wir gemeinsam eine Lösung. Ich sagte zu, hatte aber große Bedenken.

Dann war es Montag und ich hoffte sehr, dass es irgendeine Möglichkeit gab, dass ich dort meine Qualifikation machen kann.

Mein Papa begleitete mich zu diesem Termin, da ich selbst keinen Führerschein habe und auch auf seine Hilfe angewiesen bin, da wir einen langen Weg in die Innenstadt zu Fuß zurücklegen mussten, der aus Pflasterstein war. Ich glaube, jede/r Rollstuhlfahrerin/Rollstuhlfahrer weiß, wie schlecht man über Pflasterstein fahren kann. Für die, die nicht im Rollstuhl sitzen: es ist als fährt man über eine Panzerstraße. Wegen des schlechten Fußwegs konnten wir nur langsam fahren. Bei „Arbeit und Leben“ angekommen, sah ich, dass zu den Unterrichtsräumen der Betreuungskräften nicht sieben Stufen waren, sondern sogar acht. Ich sagte zu meinem Papa, das funktioniere doch nie. Mein Papa antwortete: “Wenn sie keine Idee hätten, wie es gehen könnte, dann hätten sie dich auch nicht eingeladen.“ Der Satz beruhigte mich sehr. Dann kam eine sehr nette und engagierte Frau, sie erzählte mir erst einmal alles über die Qualifikation. Dann kamen wir zu den Räumlichkeiten, sie sagte: „Sie haben ja gesehen, dass zu den eigentlichen Unterrichtsräumen eine Treppe führt. Aber wir können den Unterricht in das Nachbargebäude verlagern, dort gibt es einen kleinen Fahrstuhl der direkt in die Räume führt“. Wir schauten uns den Fahrstuhl an und es passte auf den Millimeter. Darüber war ich schon mal sehr froh! Jetzt stand nur noch eine Frage der Qualifikation in Teilzeit im Raum. Die Dame erzählte, dass zum jetzigen Zeitpunkt die Qualifikation noch nicht in Teilzeit angeboten wird, aber da es immer häufiger nachgefragt wird, könnten wir es vielleicht im Herbst schon anbieten.

Dafür, dass der Kurs in Teilzeit angeboten werden kann, benötigten sie zehn Teilnehmer, erklärte mir die Dame. Ich fragte, ob ich was tun könnte? Sie sagte nur: “Werben!“ Darauf antwortete ich: “Ich werde noch heute Nachmittag meiner Beraterin von der Agentur für Arbeit anrufen, dann können sie dafür werben.“ Die Dame erzählte, das wäre super, sie werden selbstverständlich auch dafür werben, aber sie kann es mir noch nicht zusichern, dass es im Herbst schon klappt, aber sie werden es probieren. Abschließend erzählte sie mir, dass ich mich in einem Monat nochmal melden sollte, da würde sie mir vielleicht schon etwas mehr sagen können. Zurück zu Hause nahm ich sofort das Telefon und rief meine Beraterin von der Agentur für Arbeit an, sie versprach mir, das in der nächsten Teamsitzung anzusprechen, damit sie dann dafür werben können. Jetzt hatte ich alles getan, was in meiner Macht stand, also begann das Abwarten, was wirklich nicht meine Stärke ist. Gut, dass ich während der Zeit arbeiten war, das ist wirklich die beste und schönste Ablenkung.

Dann hatte ich zwei Wochen Urlaub, während der Zeit vermisste ich schon meine Bewohner! Man weiß ja nie, was nach dem Urlaub ist und ob dann alle noch wohlauf sind. Deswegen erkundigte ich mich auch während des Urlaubs bei meinen Kollegen über das Wohlergehen der Bewohner. Allen ging es gut und das beruhigte mich, so konnte ich meinen Urlaub genießen. Lisa kam zu mir, sie kam gerade aus ihrem Urlaub aus England wieder, sie hatte auch ein paar Geschenke für mich dabei.

Obwohl ich ihr sagte, dass sie das nicht muss, aber ich habe mich darüber gefreut und sie haben mir sehr gut gefallen. Anschließend quatschten wir erst einmal zwei Stunden, danach spielten wir mit meiner Schwerster Stadt, Land, Fluss, ohne Fluss, und stattdessen mit Berufen, Essen und Mordarten. Dabei kamen wir auf die komischsten Sachen, anschließend aßen wir Schweinelende, Koketten und Brokkoli mit Sauce Hollandaise, ich kann sagen: sehr lecker. Danach setzten wir uns alle gemeinsam ans Fenster, da an diesem Abend der Blutmond zu sehen sein sollte. Aber wir schauten und schauten, wir gingen sogar in den Garten, aber wir konnten nichts sehen. Zum Schluss überlegten wir uns schon, was wir beim nächsten Mal tun wollten, wir entschieden uns für: quatschen, selbst Pizza machen und Filme schauen. Sonst machte ich während meinem Urlaub täglich Sport um fit zu bleiben. Schon war mein Urlaub um und ich freute mich auf die Arbeit, dort wurde ich von den Bewohnern herzlich empfangen wir überlegten uns jeden Tag gemeinsam etwas Schönes. Dann hatten wir am meisten Spaß an den Angeboten, ich fand es auch wichtig, dass ich Vorschläge mache und sie sich dann selbst entscheiden können, was sie tun möchten, da ich ihnen ein Gefühl von Eigenständigkeit geben möchte. Schon war der eine Monat vergangen und ich rief wieder bei „Arbeit und Leben“ an, dort erzählt mir die Dame, dass sie die Qualifikation in Teilzeit im Herbst noch nicht anbieten können. Ich fragte, wie lange die Umsetzung noch dauern könnte? Die Dame antwortete, vielleicht noch ein halbes Jahr.

Daraufhin sagte ich: „Dann werde ich versuchen, mein BFD um ein halbes Jahr zu verlängern, damit ich einer Beschäftigung nachgehen kann“. Und weil mir sechs Monate zu Hause bestimmt die Decke auf dem Kopf fallen würde, aber das habe ich lieber für mich behalten. Die Dame schlug mir vor, dass wir während des halben Jahres Kontakt halten, um uns über die Fortschritte auf dem Laufenden zu halten. Das fand ich eine sehr gute Idee. Nach diesem Telefonat dachte ich nur, das wird bestimmt wieder schwierig mit dem Verlängern des BFDs, schließlich musste ich das mit dem Freiwilligendienst abklären, mit dem GDA und mit dem Landkreis. Mir graute es davor, den schließlich lief mein BFD offiziell nur noch einen Monat. Ich dachte, dass ich bis dahin es nie schaffe abzuklären!

Da ich wusste, dass es vor einem Jahr schon über acht Wochen gedauert hatte. Als erstes rief ich beim Internationalen Bund (Freiwilligendienst) an, mein Ansprechpartner meinte es sei gar kein Problem mit der Verlängerung, ich müsse nur nochmal einen Vertrag unterschreiben, um alles andere kümmere er sich. Mein nächster Punkt auf der Liste war meine Chefin. Ich erzählte ihr, dass die Qualifikation in Herbst noch nicht stattfinden kann und dass sie noch ein halbes Jahr brauchen, um alles abklären zu können. Anschließend fragte ich, ob ich mein BFD um ein halbes Jahr verlängern könnte und ich entschuldigte mich auch dass es so kurzfristig sei. Meine Chefin sagte: “Ich würde sie sehr gerne noch länger behalten, aber wir haben am 01.09.2018 einen neuen FSJ-ler.

Sie möchte sich aber dafür einsetzten, dass ich das halbe Jahr noch bleiben kann, dafür wird sie aber mit dem Chef von der GDA sprechen müssen. Es könnte sein, dass ich nicht auf der Demenzstation bleiben kann, aber sie könnte mich auch gut in der Tagespflege/Tagesbetreuung vorstellen. Ich war sehr froh so, eine gute Chefin zu haben die sich für mich stark macht! Am selben Nachmittag rief ich noch beim Landkreis an, es dauerte aber einige Zeit bis ich jemanden ans Telefon bekam. Dann nahm aber eine nette Dame ab, der mein Fall bekannt war. Ich erzählte ihr, dass es mit der Qualifikation dieses Jahr nicht mehr klappt und ich für diese Zeit gerne mein BFD verlängern möchte. Die Dame erzählte mir, dass es kein Problem sei, weil ich einen Anspruch darauf habe und es sich nur um ein halbes Jahr handele. Ein weiterer Grund wäre wohl auch, dass ich sonst keine Beschäftigung hätte und ich sonst vielleicht in ein tiefes Loch fallen würde. Ich sollte also nur eine E-Mail schreiben, warum es wichtig wäre, das BFD zu verlängern, die E-Mail würde dann gleich als Antrag gelten. Das war das einzige, was ich tun musste, ach und natürlich musste ich einen neuen Vertrag unterschreiben. Dieses Mal ging alles ganz unkompliziert, ich konnte es kaum glauben, da es sonst immer so eine schwere Sache war. Zwei Tage später kam meine Chefin zu mir und sagte mir, dass ich bleiben kann, auch auf meiner Station, da den Bewohnern sonst etwas fehlen würde. Einen weiteren Tag später unterschrieb ich schon die Verträge wegen der Verlängerung, ich war überglücklich noch ein halbes Jahr mehr Zeit zu haben! Meine Kollegen waren auch sehr froh darüber, alle umarmten mich vor Freude.

Das ist für mich immer noch ein komisches Gefühl, von allen gemocht und geschätzt zu werden. So konnte also noch ein tolles weiteres halbes Jahr beginnen.