Die Höhere Handelsschule (2014 – 2015)

Im selben Schuljahr wurde ich 18 Jahre alt, ich feierte mit Freunden und der Familie. Ich bekam viele Geschenke, das war mir aber nicht wichtig. Ich freute mich am meisten über die Karten, durch das was in den Karten steht, sieht man, dass man Freunden am Herzen liegt und das ist mir viel mehr Wert, als ein materielles Geschenk.

Von Lisa bekomme ich zu jedem Geburtstag und zu Weihnachten eine Karte oder einen Brief und darüber freue ich mich immer sehr. Die ganzen Karten die ich in meinem Leben bekommen habe, von Familie und Freunden, habe ich aufgehoben. Dadurch, dass ich 18 Jahre wurde, war ich jetzt nicht mehr im SPZ, sondern in der Neurologie für Erwachsene. Dort wurde ich untersucht und alles war gut, dann bekam ich ein Medikament aufgeschrieben, das die Krankheit eventuell verlangsamen kann. Ich nahm das Medikament ein paar Wochen, aber ich bemerkte eine Veränderung, ich hatte Muskelzuckungen und konnte kaum noch stehen, wenn ich auf Toilette musste.

Durch einen Zufall traf mein Papa einen früheren Arzt von SPZ, der jetzt eine eigene Praxis hatte, in dem ich meine Rezepte für die Physiotherapie bekomme. Mein Papa erzählte ihm von dem Medikament und er sagte, ich solle das Medikament sofort absetzen. Nach ein paar Wochen waren die ganzen Nebenwirkungen vergangen, darüber war ich überglücklich. Ich kann ehrlich sagen, ich habe in meinem Leben bis jetzt nur zwei sehr gute Ärzte gehabt und das war der, der meine Rückenoperation durchgeführt hatte, Dr. med. Dörner und den eben genannten PD Dr. med. Klinge. Wer weiß, was die Nebenwirkungen sonst auf längere Zeit angerichtet hätten?

Kurze Zeit bevor ich die höhere Handelsschule mit Schwerpunkt Bürokommunikation abgeschlossen hatte, habe ich mich für die Fachhochschule Wirtschaft und Verwaltung eingetragen, das ist in etwa wie Fachabitur. Ich wurde sofort angenommen. Für diese zwei Jahre musste man ein einjähriges Praktikum absolvieren, ich hatte aber große Schwierigkeiten an einen Praktikumsplatz zu kommen, ich bekam eine Ablehnung nach der anderen. Eine sogar mit der Begründung, dass ich zu qualifiziert wäre, das war die größte Lüge überhaupt! Wie soll man bitte für ein Praktikum zu qualifiziert sein!? Ich hatte mich natürlich auch auf Ausbildungsstellen beworben aber bekam wieder nur Absagen, trotz eines guten Zeugnisses. Deswegen meldete ich mich fürs Fachabitur an, aber ich bekam von dem Leiter des beruflichen Gymnasiums persönlich angeboten das richtige Abitur zu machen. Ich habe mich geschmeichelt gefühlt über das persönliche Interesse an mir, aber eine zweite Fremdsprache, wo mir Englisch schon nicht leichtfällt, wollte ich mir nicht antun. Ich meinte, das Fachabitur wollte ich noch nicht mal wirklich machen, aber da ich keine Ausbildung bekommen hatte, blieb mir nichts anderes übrig. Durch einen Zufall rief Robins Mutter bei mir zu Hause an und ich erzählte ihr, dass ich nach einem Praktikumsplatz suche (sie arbeitet bei den Göttinger Werkstätten). Sie vermittelte mir ein Vorstellungsgespräch bei den Göttinger Werkstätten für einen Bürojob (Kauffrau für Büromanagement). Dafür war ich ihr sehr dankbar! In dem Vorstellungsgespräch konnte ich überzeugen und bekam die Praktikumsstelle. Nach einem unterschriebenen Arbeitsvertrag stand der Fachhochschule nichts mehr im Weg. Dann kam natürlich wieder der Antrag beim Landkreis, aber dieses Mal suchte ich vorher schon nach passenden Gesetzten. Dadurch konnten sie den Antrag nicht ablehnen oder es wieder in die Länge ziehen. Und die Fachoberschule (FOS) konnte für zwei Jahre beginnen.

Die Fachoberschule (2015 – 2017) >>