Die Qualifikation zur Betreuungskraft gemäß § 43b (März – Juli 2019)

In meiner letzten Woche des Praktikums ging ich zur stellvertretenden Chefin und sagte, dass ich Interesse an einer Stelle als Betreuungskraft hab und vor einem halben Jahr eine Bewerbung abgegeben hatte. Sie sagte mir, dass sie das schon von der Chefin mitbekommen hatte und dass es gut aussieht, aber eine endgültige Aussage dazu könnte sie Mitte nächsten Monats machen. Ich sagte, das sei ja super und dass ich mich dann Mitte nächsten Monats telefonisch melden werde. Kurz danach war das Praktikum schon vorbei und meine Laune war dementsprechend schlecht, auf den Unterricht hatte ich überhaupt keine Lust.

Ich hätte lieber noch zwei Wochen Praktikum drangehangen, aber was muss das muss und ich ging selbstverständlich dem Unterricht nach. Der Unterricht fiel mir weiter leicht, jeden Nachmittag lernte ich eine Stunde für die Prüfung, sogar während des Praktikums tat ich das. Nebenbei stellte ich noch die Biografie fertig und schrieb freiwillig noch eine Reflexion. Als ich damit fertig war, zeigte ich es meiner Schwester und sie korrigierte es nochmal, dann war ich mit dem Ergebnis absolut zufrieden und gab es per Mail bei der Lehrerin ab. Eineinhalb Wochen später bekam ich die Note, es wurde eine eins. Jetzt hatte ich insgesamt drei Einsen, eine für die Gruppenarbeit, die in die mündliche Mitarbeit zählte, eine fürs Praktikum und eine für die Biographie. Jetzt fehlte nur noch die Prüfung aber ich lernte fleißig, weil ich dort auch eine eins haben wollte, irgendwie habe ich immer sehr hohe Ansprüche an mich.

Während dieser Zeit machte ich mir Gedanken über meinen beruflichen Wandel praktisch von der Wirtschaft, also eigentlich Verwaltung, in den sozialen Bereich. Mir wurde klar, dass meine Entscheidung Auswirkung auf mein ganzes Leben hat. Wenn ich als Verwaltungsfachangestellte oder Kauffrau für Büromanagement gearbeitet hätte und dann vielleicht wirklich beim Rathaus oder beim Landkreis gearbeitet hätte, wäre ich wohl verbeamtet worden. Das heißt, ich hätte sowohl in der Ausbildung und im Arbeitsleben viel mehr Geld verdient. Und wenn ich irgendwann in Rente gegangen wäre, hätte ich als Verbeamtete das selbe Gehalt weiter bekommen. Das heißt finanziell wäre das natürlich die bessere Entscheidung, aber ich wäre nicht glücklich gewesen. So mag ich vielleicht weniger verdienen aber ich bin glücklich und habe jeden Tag das Gefühl, etwas Gutes bewirkt zu haben. Einige von ihnen werden diese Entscheidung vielleicht für dumm halten aber ich bin damit glücklich. Es wäre noch schöner, wenn von der Gesellschaft die soziale Arbeit besser angesehen werden würde und die Gesellschaft zu schätzen wüsste, was man jeden Tag leiste. Dafür sollte die Politik höhere Gehälter festlegen und zeigen, was es für eine ehrenwerte und wie vielschichtige Arbeit ist.

Wenn ich daran denke, was alleine der Beruf der Betreuungskraft alles umfasst, in dem stecken viele einzelnen Berufe zum Beispiel: Koch, Konditor, Entertainer, Künstler, Sänger, Physiotherapeut, Logopäde, Ergotherapeut, Vertrauensperson, Psychologe, Motivationscoach und Lehre, all dies Berufe kommen mehr oder weniger vor.

Aber zurück zur Qualifikation, die lief weiter gut und ich lernte fleißig. Inzwischen war die Zeit gekommen, dass ich mich wieder beim GDA melden sollte. Ich rief an und sprach mit der stellvertretenden Chefin, sie sagte mir, dass sie noch nichts neues sagen kann, da sie noch auf die Antwort aus der Hauptzentrale in Hannover wartet aber in einer Woche könne sie mir die endgültige Antwort geben. Ich dachte, wenn es tatsächlich mit der Stelle klappt, muss ich unbedingt anfangen alles mit den Behörden zu klären.