Die weiterführende Schule (2008 – 2014)

Ich musste nach der Operation zwei Wochen im Krankenhaus bleiben, es war eine langweilige Zeit. Gut, dass meine Mama die ganze Zeit bei mir war und mein Papa und meine Schwester mich jeden Tag besuchen kamen. Einmal kamen auch meine Großeltern und mein Klassenlehrer zu Besuch.

Der Besuch von meinem Klassenlehrer änderte nur nichts an der Langeweile, ich fand es aber wirklich nett von ihm, dass er vorbeigekommen ist. Lisa kam mich auch besuchen, dort hatten wir drei, also Lisa, Luisa und ich, Spaß und die Langweile war erstmal vorbei. Als die zwei Wochen um waren, durfte ich endlich nach Hause, darüber war ich so froh. Ich hasse nämlich Krankenhäuser! Obwohl ich Krankenhausserien liebe, wie zum Beispiel Dr. House, Grey´s Anatomy, Club der roten Bänder und The Good Doctor. Bevor ich das Krankenhaus verlassen durfte, wurde noch ein neues Korsett zum Schutz und zur Stabilität angefertigt. Dieses Mal musste es aber nicht mit einem Gips angefertigt werden, sie nahmen nur die Maße von meinem Oberkörper. Das Korsett war aus Stoff und hinten am Rücken waren zwei Stangen aus Metall, also so viel angenehmer zum Tagen und nach ein paar Wochen war ich es für immer los. Dann konnte ich auch wieder in die Schule, zwar erstmal in Teilzeit, aber immerhin. In der sechsten Klasse freundete ich mich mit zwei Mädchen an, die beiden waren nett, freundlich, hilfsbereit und lustig. Wir machten alles zusammen: Hausaufgaben, Referate und wir verbrachten die Pausen zusammen. Dies ging so bis zur achten Klasse, nach den Ferien sagte ich nur „Schön, dass sich mal wer gemeldet hat“. Ich meinte das gar nicht böse, ich wollte damit nur ausdrücken, dass ich traurig war und dass sich keiner gemeldet hatte. Sie haben es aber falsch aufgenommen und eins führte zum anderen und Sachen wurden gesagt, die man bestimmt nicht so gemeint hatte. Wir sprachen mehrere Monate nicht miteinander, heute denke ich, wir hätten das nie so ausufern lassen sollen und hätten vernünftig miteinander sprechen sollen. Für die Mädchenclique und einen Jungen aus meiner Klasse war das ein gefundenes Fressen, sie streuten noch Salz in die Wunde. Ich stand in der Klasse ganz alleine da, aber in den Pausen war ich nicht alleine.

In einem Naturwissenschaftskurs lernte ich ein Mädchen namens Kirke kennen, sie war ganz anders als meine anderen Freunde, sie hatte was Besonderes, das ich nicht in Worte fassen kann. Sonst ist sie total nett, freundlich, hilfsbereit, lustig, klug, künstlerisch begabt, kann einen immer wieder aufbauen, sonst kann man gute Gespräche mit ihr führen und sie hat ganz viel Empathie. Ich habe in dem Kurs auch noch zwei Jungs aus ihrer Klasse kennengelernt namens L. und Mattis, nette Jungs. Mattis ist nett, freundlich, hilfsbereit, klug, lustig, empathisch, sympathisch und man kann gute Gespräche mit ihm führen. Er hat sich sogar darum gekümmert, dass eine Lösung gefunden wird, wie Rollstuhlfahrer im Brandfall aus dem Schulgebäude kommen. Und zwei Jahre nach unserem Abschluss war er für mich in einer schweren Zeit da, dafür bin ich ihm sehr dankbar. Am liebsten arbeite ich mit Kirke und Mattis zusammen, wir verstanden uns sehr gut und für Gesprächsstoff war immer gesorgt. Einmal waren wir sogar so abgelenkt, dass unser Experiment, sagen wir mal, nicht ganz so gut funktioniert hat. Oder als wir über ein naturwissenschaftliches Thema unserer Wahl mehrere Monate recherchieren und dafür eine Mappe und einen Vortrag erstellen sollten, haben wir während der Schulzeit fast nichts dafür getan. Wir haben uns gegenseitig viel zu sehr abgelenkt, aus diesem Grund machten wir den Großteil der Arbeit zu Hause. Zum Schluss bekamen wir alle dafür gute Noten. Der Kurs war der einzige Grund, aus dem ich noch gerne in die Schule ging. Als später der Kurs einmal für eine kurze Zeit getrennt wurde, brach für mich eine Welt zusammen, weil mir dadurch die letzte Freude genommen wurde. Ich fühlte mich dann einsam und verlassen. In den Pausen baute mich Kirke immer auf, aber zurück in meiner Klasse war es schrecklich. Meine Eltern wollten, dass ich die Schule wechsle, aber das wollte ich nicht. Dann hätte die Mädchenclique gewonnen und das würde ich ihnen nicht gönnen! Deswegen ging ich immer weiter in die Schule. Meine Schwester merkte auch dass es mir schlecht ging und schrieb einer der beiden Mädchen, mit der ich befreundet war, eine E-Mail in der stand, dass sie nett zu mir sein soll und froh sein kann, mich als Freundin zu haben. Sie zeigte die E-Mail der ganzen Klasse und die lachten nur. Mir war das egal, meine kleine Schwester hatte mich verteidigt, was ich mich selbst nie getraut habe. Ich habe echt die BESTE Schwester der Welt! In diesem Moment war mir die Meinung der anderen egal, für mich zählte nur die Meinung meiner Schwester und der Leute, die sowas für mich machten, wie sie. Wenn die Clique nur eine schlechte Sache über meine Familie gesagt hätte, dann hätte sie mich auch kennengelernt. Es gab einmal einen Jungen der mit mir im Fahrdienst fuhr, der hat etwas nicht Nettes über meinen Papa gesagt. Dem habe ich vielleicht was erzählt, der hat sich danach nie wieder getraut irgendetwas zu sagen und ich glaube er hatte sogar Angst vor mir.